Bühne frei für alpine Architektur

Als Einstimmung auf den siebten BTV Bauherrenpreis, der im Oktober verliehen wird, wurde am 12. Juni im ORF-Landesstudio Tirol über die „Transformation in der alpinen Architektur“ in den vergangenen 20 Jahren diskutiert.

”Bühne
Das hochkarätige Podium war sich einig: In den vergangenen 20 Jahren hat sich architektonisch in Vorarlberg und Tirol sehr viel getan. „Da sich die Rahmenbedingungen so stark verändert haben, sind kreative Ideen gefragt. Mit dem BTV Bauherrenpreis möchten wir innovative Lösungen fördern“, betont Peter Gaugg, BTV Vorstandssprecher. Eine sorgfältige Planung ist wichtiger denn je. „Als Bauherr sollte man zuerst wissen, was man will. Bauherr und Planer sind gefordert, eine gemeinsame Lösung zu finden, bei der die Energiefrage so früh wie möglich einbezogen wird“, rät Matthias Wegscheider, Berater von Energie Tirol.
”Gemeinschaftshäuser
Der Wiener Architekturkritiker Otto Kapfinger sieht bei der Raumknappheit Mehrgenerationenhäuser als Lösung. „Gemeinschaftshäuser sind eine Möglichkeit, Geld zu sparen und gleichzeitig vom Zusammenleben zu profitieren“, meint Kapfinger, für den Architektur mehr als eine bloße Hülle ist. Er ist davon überzeugt, dass Architektur unsere Lebensqualität prägt – und diese sei nicht nur eine Frage des Geldes: „Mit wenig Aufwand kann man eine tolle Qualität erreichen, wenn man sie lebt. Aber man sollte selbst etwas dazu beitragen!“, erklärt Kapfinger.
”Weniger
Die Technik spielt heute alle Stücke, doch es ist nicht alles Gold, was glänzt. „Erst wenn man die ganze Technik im Haus hat, merkt man, wie abhängig man von ihr ist. Das ist mir selbst auch passiert. Bei vielen Bauprojekten nehmen Haustechnikkosten 20 bis 30 Prozent der Gesamtkosten ein – das ist wirklich zu hinterfragen!“, merkte Rhomberg kritisch an.
”Vorschriften
Außerdem wurden behördliche Vorschriften als Preistreiber beim Bauen diskutiert – besonders hinsichtlich der Stellplatzverordnungen. „Die Politik muss sich genau überlegen, was gefördert wird. Man kann nicht um jeden Preis an bestehenden Verordnungen festhalten“, warf Wegscheider ein. „Wir planen wie gestern“, gab Rhomberg zu bedenken, „obwohl sich nicht nur die Bedürfnisse, sondern auch Umwelt, Landschaft und Wirtschaft verändert haben.“ Für ihn ist Holz ein wertvoller Baustoff, den es in der Architektur zu forcieren gilt, denn Ressourcen sollten effizient genutzt werden. Spannend bleibt, wie innovativ sich die heuer eingereichten Projekte den zeitgenössischen Herausforderungen stellten.